Es ist offensichtlich, dass die beschriebenen Investitionszyklen sowohl mit der dazugehörigen Ausrüstungsindustrie wie auch mit darauf aufbauenden Adaptionsindustrien verknüpft ist. Gleichzeitig steigt und fällt die Konsummotivation mit ihnen. Die psychologischen Effekte werden aus den positiven Aussicht vor und während der Boomphase ebenso gespeist, wie sie später die gegenläufige Tendenz aus der Ernüchterung und der Depression annehmen. Die Psychologie ist damit ein Faktor, der als Tendenzverstärker in höchstem Maße fungiert. Und er darf nicht lapalisiert werden.
Investitionszyklen wurden hinreichend beschrieben. Grundlegende Überlegungen zur Wirkungsweise des Kapitals bauen darauf auf. Sie sind oftmals verwoben mit Branchenzyklen. Produktzyklen wiederum laufen im allgemeinen innerhalb von Innovationszyklen ab, wobei eine Innovation nicht ein Produkt, sondern ganze Produktfamilien generiert, die teilweise aufeinander aufbauen, teilweise aber auch alternativ entwickelt werden. Ebenso können Innovationen verfahrenstechnische Neuerungen sein, welche Kosteneinsparungen oder qualitative Verbesserungen in Produktionsprozessen erbringen. Allerdings bringen auch Neuerungen in der Verfahrenstechnik neue Produkte mit sich (z.B. Geräte in der Meß- und Regeltechnik, oder in Förder-, Zerspan-, Kontroll- und Sortiertechniken usw.).
Mit den Produktzyklen im einzelnen und den Innovationszyklen im besonderen sind Konsumzyklen untrennbar verknüpft. All diese verschiedenartigen, aber doch voneinander abhängigen Zyklen wirken aufeinander ein.
Im günstigen Fall ergänzen sie sich in langgestreckten Abläufen, so dass sich ihre kon- und destruktiven Phasen gegeneinander aufheben. In diesem Fall könnte man von einem Subtrahieren sprechen. Die nacheinander ablaufenden Investitionen ermöglichen in diesem Fall eine gleichmäßige Konjunktur.
Wir müssen allerdings davon ausgehen, dass dies ein selten erreichter Idealfall ist. Denn gerade die Tatsache, dass bedeutende Innovationen weitere ermöglichen und auch nach sich ziehen, deutet auf das von Schumpeter bereits vermutete clusterhafte Auftreten hin. Wenn sich nun mehrere Basiszyklen unglücklich überlagern (wie wir dies im o.a. Beispiel 1999: Internet, Server und PC, Handy und UMTS gesehen haben), so münden ihre Kapital- und Investitionsreihen mit den Ernüchterungsphasen unweigerlich in Abschwung und Rezession.
Aber nicht nur Überlagerungen bereiten die Probleme, sondern auch Abhängigkeiten. Gerade das Beispiel 99/00 zeigt dies deutlich. Die allgemeine Prosperität in dieser Blüte hatte neben Internet-, PC- und Handyboom den Effekt des lockeren Geldes. Die Überliquidität ließ nicht nur die Finanzmärkte überkochen, sondern verursachte auch eine Blüte in den Werbebudgets. Diese wiederum bescherten den Medien einen Boom. Die TV-Branche bereitete daraufhin durch enorme Mehrausgaben für Filmrechte einen Boom im Lizenzhandel. Neue kleine Lizenzhändler schossen wie Pilze aus dem Boden. Die TV-Branche sah dort die Ursache für die ausufernden Rechte-Preise, denn auch bei den Newcomern war reichlich Liquidität durch (zu) einfache Börsengänge vorhanden.
Für 2001 berichtete der ZAW (Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft) abschließend von einem Rückgang der Investitionen in Werbung auf 31,51 Mrd. Euro. Damit fehlten der Branche 1,7 Mrd. Euro; die Netto-Werbeeinnahmen waren von 23,37 Mrd. auf 21,68 Mrd. Euro zurückgegangen. Dieser Fall 99/00 zeigt sehr deutlich sowohl die Parallelität als auch die Verkettung der zyklischen ökonomischen Abläufe. Und er weist gleichermassen auf den Einfluss der Finanzierungsliquidität und auch des Geldumlaufes hin.
Interessant ist eine Gedankenwelt im Verhältnis Arbeitsplätze/Zyklen, wenn wir speziell auf den Bereich Dienstleistung abzielen:
Eine etwas spezifiziertere Sichtweise der Verknüpfung von Kapital mit Arbeitsplätzen ergibt sich aus der Proportion von Subventionierungen oder Investitionen mit der Anzahl der betroffenen Arbeitsplätze. Gemeint ist folgendes:
Wenn in der deutschen Kohleförderung jährlich jeder Arbeitsplatz mit rund 65.000 EUR subventioniert wird, so liegt der Gedanke nahe, dass die Produktion genau so gut eingestellt werden kann. Mit dem Subventionsbetrag könnten die Arbeitnehmer verrented werden. Aber dies ist nur der erste Ansatz.
Investitionen in neue Arbeitsplätzelassen andere Schlüsse zu. Als Daimler-Chrysler den Ausbau seiner Produktion in Rastatt um 1000 Arbeitsplätze ankündigte (Juli 2002), stand dabei eine Investition in Höhe von 900 Millionen EUR im Raum, also 900.000 EUR für jeden Arbeitsplatz. Worauf der Gedanke hinausläuft wird sichtbar, wenn wir uns vorstellen, dass Daimler-Chrysler mit dieser Investitionssumme doppelt so viele Menschen verrenten könnte, als Arbeitsplätze geschaffen werden. (Natürlich hätte Daimler-Chrysler kein Interesse daran, es handelt sich nur um ein Denkmodell.)
Bei der Verrentung stellt sich nun die Frage, aus welchen Zinseinkünften bzw. Wertschöpfungen diese Renten zu decken wären. Der unausweichliche Zusammenhang wird deutlicher. Jeder Überschuss wie auch jede Zinszahlung muss letztendlich in der Realwirtschaft generiert werden. Das bedeutet gleichzeitig die Unmöglichkeit, alle Renten aus Kapitaleinkünften zu decken, wenn gleichzeitig die Realwirtschaft schrumpft. Um es noch klarer heraus zu arbeiten: Wenn die Realwirtschaft (nur hypothetisch natürlich) ganz wegfällt, gibt es keine Chance auf die Erwirtschaftung irgendwelcher Zinsen. Zinsen generieren sich nicht wirklich selbst, wie es der Begriff des “Zinsenszins” bei (sehr) oberflächlicher Betrachtung anzudeuten scheint.
Sinn, Zweck und Absicht von Daimler-Chrysler (hier als Synonym für alle Unternehmen, auch Staatsbetriebe), muss also nicht die Verrentung aus dem Kapital sein, sondern die Generierung von realwirtschaftlichen Überschüssen auf Basis dieses Kapitalstocks. Genau das muss auch bei der Betrachtung von staatlichen Arbeitsplätzen gelten. Dies schlägt nun eine interessante Brücke zu Dienstleistungen. Denn wenn wir Verwaltung als Dienstleistung sehen, die bezahlt werden muss, so ist die Frage nach der Kaufkraft zwingend. Woher wird die Kaufkraft generiert? Auch sie muss aus der Realwirtschaft geschöpft werde, dessen Teil schließlich auch der Dienstleistungsbereich ist*().
*(Ich verweise hier ausdrücklich auf mein A-B-C-Modell im Abschnitt Geldumlauf, was die Auswirkungen im Wirtschaftskreislauf darstellt.
In: www.econo-my.de: Geldumlauf)
Hier muss die Frage anschließen: Wie hoch könnte der Anteil von Dienstleistung an der Realwirtschaft getrieben werden? Wieder nur ein Denkmodell: Nehmen wir an, dass alles Volkseinkommen nur aus Dienstleistung generiert werden sollte, wie würde die Versorgung der Bevölkerung aussehen? Sämtliche Produktion bestehend aus Gütern, Energie usw. müsste kostenlos erfolgen, und gleichzeitig müsste ein Kreislauf von bezahlten Dienstleistungen existieren, der mit seinen Überschüssen die Gesamtwirtschaft trägt. Das ist natürlich Unsinn, zeigt aber gleichzeitig, wohin ein Aufblähen der Staatsbediensteten führt.
In dem Zusammenhang mit Dienstleistungen muss stets ein weiterer Punkt berücksichtigt werden: Dienstleistung funktioniert wie ein Produkt, allerdings mit dem gravierenden Unterschied, dass sie nicht speicherbar ist. Sie wird erbracht und verschwindet im gleichen Moment. Je höher also der Dienstleistungsanteil an der gesamten Volkswirtschaft wird, desto geringer (proportional) wird der Kapitalbedarf für Vor-, Zwischen- und Endlagerung. Dies erklärt, warum als allgemein anerkannt gilt, dass konjunkturzyklische Schwankungen mehr durch Produktion, als durch Dienstleistung ausgeprägt wird.
Der “Tendenzielle Fall der Profitrate”
In der Wirtschaftstheorie wurde mathematisch belegt und empirisch bestätigt, dass die Profitrate (langfristig betrachtet) beständig fällt. Gegenläufige Tendenzen kehren dabei den langfristigen Trend nicht um, sondern beeinflussen ihn nur kurzfristig. Wir brauchen uns nicht mit Formeln herumzuschlagen, um zu begreifen, dass dieser Effekt aus der kapitalistischen Akkumulation heraus entsteht und damit ein systembedingter Effekt ist.
Stellen wir uns das gesamte Kapital (Weltkapital) als einen riesigen Kuchen vor. Beständig werden kleine Stücke herausgeschnitten und zu einer mysteriösen Transformation benutz. D.h., das “benutzte“ Kapital wird durch den Akkumulationsprozeß um ein kleines Stück größer. Das Tortenstück wächst also (was wir als mysteriös bezeichnen müssen, weil ein solcher Vorgang bei Torten einfach nicht üblich ist) und das Stück wird zurück in die Torte gestellt*().
*(Anmerkung:
Wem der Vergleich mit einem Tortenstück unakzeptabel erscheint, weil ein Tortenstück nicht zum Wachsen gebracht werden kann, der stelle sich bitte eine Masse von kühl gehaltenem Hefeteig vor. Aus diesem können dann Teile entnommen, durch Wärme geringfügig aufgebläht, und dann zurück in die Masse gegeben werden.)
Im Laufe der Zeit wird die Torte damit erheblich größer. Die Stücke, die man hin und wieder entnimmt, werden zwar nicht kleiner, aber sie erscheinen im Verhältnis zu der ganzen Torte kleiner. Der von ihnen erzeugte Zuwachs erscheint damit ebenfalls kleiner und ist es prozentual zur Gesamtmasse auch. Als Profitmasse können wir uns die Summe aller hinzugewachsenen Teile in einem bestimmten Zeitraum (z.B. innerhalb eines Jahres, korrekter aber während der aktiven Nutzungsdauer des Kapitals) vorstellen.
Der Fall der Profitrate ist ein Kennzeichen hochentwickelter Industrienationen unter »normalen« Bedingungen. Durch den Zweiten Weltkrieg wurde Kapital in erheblichem Maße zerstört und umgeschichtet. Dies führte zu einem kapitalistischen Neubeginn auf einem höheren technologischen Level.
Die Tendenz der permanent fallenden Profitrate schließt gegenläufige Bewegungen kurzfristiger Art ein, die aber die Tendenz nicht umdrehen. Der Einfluß von Lohnkämpfen und Lohnerhöhungen auf den Profitratenfall wird von der Mehrheit der Wirtschaftswissenschaftler als gering angesehen.
Ob der “Tendenzielle Fall der Profitrate“ als Krise gelten soll, ist zweifelhaft. Er ist systemimmanent und damit zwangsläufig im Reigen der Entwicklungsschritte. Seine Darstellung ist auf industrielle Produktion fixiert, die mit immer höherer Kapitalintensität einher geht. Industrielle Produktion gibt aber permanent Anteile an der Wirtschaft an den Bereich der Dienstleistungen ab. Dienstleistungen werden damit zum Schlüssel. Sie wenden den “Tendenziellen Fall der Profitrate“ in ein anderes Licht.
Wenn man sich die Reihe der Branchen in der Reihenfolge, wie sie das Statistische Bundesamt auflistet, ansieht, so erahnt man die Bedeutung der Dienstleistungen:
Land- und Forstwirtschaft, Fischerei und Fischzucht
Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden
Verarbeitendes Gewerbe
Energie- und Wasserversorgung
Baugewerbe
Handel; Instandhaltung und Reparatur von Kfz und Gebrauchsgütern
Handelsvermittlung und Großhandel (ohne Kfz)
Einzelhandel (ohne Handel mit Kfz und Tankstellen); Reparatur von Gebrauchsgütern
Gastgewerbe
Verkehr und Nachrichtenübermittlung
Kredit- und Versicherungsgewerbe
Grundstücks-, Wohnungswesen, Vermietung beweglicher Sachen usw.
Öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung, Erziehung und Unterricht
Gesundheits-, Veterinär- und Sozialwesen
Sonstige öffentliche und persönliche Dienstleistungen
1999 hatte das verarbeitende Gewerbe einen Anteil von 35,8 Prozent an den Gesamtumsätzen (1999: 3.897 Milliarden EUR von knapp 2,9 Mio. Betrieben). Im gleichen Jahr lag der Anteil der Dienstleistungen bei 54 Prozent, Tendenz steigend.
Für einen sich selbständig machenden Fensterputzer mögen die Startinvestitionen mit einem Eimer und Gummiwischer noch gering ausfallen. Auch für einen Rechtsanwalt mögen sie mit Telefon, Schreibtisch und Aktenordnern noch ähnlich übersichtlich sein wie für einen IT-Dienstleister. Eine neu gegründete Kfz-Werkstatt und erst recht eine neue Facharztpraxis erreichen mit der heute üblichen Ausstattung eine andere Dimension.
All diese Bereiche der Dienstleistung können aber nie mit den notwendigen Investitionen der industriellen Produktion mithalten. Eine Papiermaschine kostet inzwischen fast eine halbe Milliarde EUR. Es ist offensichtlich, dass industrielle Produktion zum einen kapitalintensiver ist, zum anderen eine ganz andere Qualität der Kapitalakkumulation besitzt. Und auf diese beziehen sich die Berechnungen der Profitrate.
Das Handwerk mit seinen 6,5 Mio. Beschäftigten in 850.000 Unternehmen ist sowohl an der Herstellung von Produkten beteiligt, aber erheblicher noch Dienstleister. Die Kapitalakkumulation vollzieht sich auch hier differenzierter.
Während die klassische Betrachtungsweise bei der Kapitalakkumulation davon ausgeht, dass mit eingesetztem Geldkapital ein Mehrwert erwirtschaftet wird, zeigt uns das Beispiel des Fensterputzers, dass es in der reinen Dienstleistung eben nicht das Geldkapital ist, was Überschüsse generiert. Insofern erscheint auch der Begriff Überschuß richtiger angewendet zu sein, als Mehrwert und Kapitalakkumulation.
Die Quelle liegt hier in der Arbeitskraft und angewandtes Know How (Skill). Aus dieser Leistung heraus vermag unser fleißiger Fensterputzer mehr zu erwirtschaften, als er mit seiner Familie verlebt. Diese Überschüsse kristallisieren zu Vermögen, das jenem aus Kapitalerträgen in nichts nachsteht.
Beschleunigte Kapitalakkumulation,
Strukturelle Überakkumulation
:
Wir befinden uns z.Z. in dem neunten Zyklus der Nachkriegszeit. Seit Mitte der 70er Jahre zeigen sich einige bemerkenswerte Besonderheiten:
a) dass die Wachstumsraten in den Aufschwüngen deutlich hinter den früheren zurückbleiben,
b) dass die Arbeitslosigkeit im Zuge des Aufschwunges nicht abgebaut wird,
c) dass die Armut auch in den reichen Ländern zunimmt,
d) dass in den Aufschwungphasen eine massenhafte Kapitalvernichtung insbesondere durch Fusionen mit Stillegungen und eine in dieser Rigorosität noch nie zu beobachtende Verdrängungskonkurrenz eingesetzt hat,
e) dass trotz dieser Kapitalvernichtung Überkapazitäten über den Zyklus hinweg bestehen bleiben und
f) dass eine in dieser Rigorosität noch nie zu beobachtende Verdrängungskonkurrenz eingesetzt hat.
Die kapitalistischen Systeme sind mit dieser als Strukturelle Überakkumulation bezeichneten längerfristigen Entwicklung in eine neue Phase eingetreten. Die aufgeführten Merkmale sind Zeichen eines Strukturbruches. Zuvor war für die längerfristige Entwicklung charakteristisch:
die Mehrwertrate wuchs entsprechend der technischen Entwicklung,
die Profitmasse wuchs gemäß Wachstums des Kapitals,
und
die Profitrate fiel gemäß des Einsatzes von Maschinen anstelle von Menschen.
In der zweiten kapitalistischen Phase (beschleunigte Kapitalakkumulation) konnten die fallenden Profitraten durch steigende Profitmassen kompensiert werden. Seit 1975 scheint es nun so zu sein, dass die längerfristige Akkumulationsrate (das zusätzlich gebildete Realkapital), gesamtgesellschaftlich und tendenziell gesehen, nicht mehr ausreicht, den Fall der Profitrate zu kompensieren.
Ob der “Tendenzielle Fall der Profitrate“ ein Problem ist, mag umstritten sein. Er kann als strukturelle Notwendigkeit akzeptiert werden, denn die Rate wird nicht auf Null fallen. Die Kapitaleffizienz jedenfalls leidet darunter.
Einige Folgen sind unverkennbar:
a) Die Realinvestitionsquote ist zurückgegangen.
b) Unternehmer versuchen ihre Investitionen auf Ersatz-
und Rationalisierungsinvestitionen zu beschränken.
c) Große Unternehmen bilden riesige Geldkapitale zu Lasten von Realinvestitionen
d) Ein vermehrter Trend zur Akquisition anderer Firmen.
Die dritte kapitalistische Phase ist die Strukturelle Überakkumulation. Dieser Punkt ist erreicht, wenn die Akkumulationsrate kleiner wird als die negative Veränderungsrate der Profitrate. Von diesem Punkt an kann die Akkumulationsrate die Auswirkungen der kontinuierlich fallenden Profitrate auf die Profitmasse nicht mehr kompensieren, so dass diese fällt. Einige Wirtschaftswissenschaftler bezeichnen diese als Krise.
Die Überakkumulation muß in zwei Kategorien zerlegt werden. Die zyklische Variante ist das Ergebnis eines Investitionsverhaltens, das sich im Nachhinein als falsch herausstellt. Unternehmen werden aufgrund des Wettbewerbs und der Zyklizität Opfer falscher Marktsignale.
Die strukturelle Überakkumulation hingegen baut Überkapazitäten dauerhaft auf und wird begleitet von sinkenden Profiten. Die kapitalimmanent logische Reaktion der Unternehmen sind überzyklische Entlassungen von Personal, die Einschränkung von Realakkumulation und zunehmende Rationalisierung. Die Maßnahmen verschärfen die strukturelle Überakkumulation.
Endogene Tendenzen zur Beseitigung der entstandenen Disproportionen sind nicht in Sicht. Reaktionen von seitens des Kapitals versuchen den Fall der Profitrate zumindestens vorübergehend abzubremsen:
a) Zunehmenden Geldkapitalbildung
b) Umverteilung von Volkseinkommens
c) Abbau von Sozialstaatlichkeit
d) Die Verlagerung von Produktion in Billiglohnländer.
e) Externalisierung von Kosten zu Lasten der Ökologie.
f) Zunehmende Inanspruchnahme von staatlichen Subventionen.
g) Trend zur protektionistischen Abschottung von Märkten.
Einige dieser Punkte fordern den Gesetzgeber heraus: Sozialausgleich, Arbeitsmarkt, Umweltschutz, Subventionsabbau und liberalisierte Märkte.