Das A-B-C-Modell macht deutlich, dass es sich im Wirtschaftsgeschehen gewiss nicht um ein Nullsummenspiel handelt, bei dem ein Teilnehemer gewinnt, was ein anderer verliert. Ganz im Gegenteil zielt die Ökonomie auf einen Mehrwert für alle ab, denn die Erzielung des Überschusses ist der Schlüssel zu Prosperität, Wohlergehen der Allgemeinheit und der Individuen.
Im Allgemeinen herrscht Unklarheit darüber, wie Überschüsse generiert werden. Häufig wird angenommen, dass eine geschickte Preiserhöhung des Lieferanten dem Kunden ein Wenig mehr Geld aus den Rippen “leiert”, aber genau das ist der Irrglaube an ein Nullsummenspiel. Überschüsse, auch das lässt das A-B-C-Modell erkennen, entstehen daraus, dass dem Kunden die Leistung des Lieferanten um eine Winzigkeit wertvoller ist, als dem Zulieferer selbst. Der Kunde würde gar nicht kaufen, wenn es nicht so wäre. Er kauft, weil er mit dieser Investition (z.B. in eine Maschine oder einen LKW) entweder selbst gutes Geld verdienen will, oder weil er anderweitige Vorteile nutzen will. Diese Vorteile erstrecken sich von einer einfachen Arbeitserleichterung oder -vermeidung bis hin zu purem Spaß an Unterhaltung. Auch hier genießt und bezahlt der Kunde einen Vorteil*().
*( Anmerkung 1:
Hier zeigen sich auch die Schwächen eines völlig kostenfreien Internet-Modells, da die Plattform hier keine Verteilung von Leistung und Gegenleistung gewährt, sondern eine Umverteilung von kostenlos erbrachter Leistung an Personen, die einfach nicht gewillt sind, für Leistung zu bezahlen, also die Gegenleistung zu erbringen. Auch alle Versuche, mit dem Internet als Werbeträger zu argumentieren scheitern, weil auch Werbebudgets aus realwirtschaftlichen Erlösen geschöpft werden müssen. Ansonsten wird früher oder später diese Einnahmequelle des Internets versiegen, weil Unternehmen im Zwange einer Kostenschere diese Budgets zusammenstreichen müssen.)
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*(Anmerkung 2:
A-B-C-Modell erklärt auf diese Weise, dass auch im internationalen Maßstab diese Vorteile für Staaten der Dritten Welt und Schwellenländer entstehen. Hier liegt der Haken jedoch in der innerstaatlichen Verteilung der Einkünfte, die in flachen Schichten versickern, statt einen lokalen Kreislauf anzuschieben. Geringe Deviseneinkünfte sind besser als gar keine, und geringe Volumina reichen bei korrekter Einspeisung in den lokalen Kreislauf auch aus, um allgemeine Prosperität zu erzeugen. Es muss allerdings das A-B-C-Modell auf lokaler Ebene angeschoben werden.
Zitieren wir hierzu Lothar Späth*(2):
“Die jahrhundertelange Entwicklung, die dem kapitalistischen Westen den Reichtum gebracht hat, kann im Prozess nachholender Entwicklung bestenfalls abgekürzt werden - indem man den nachahmenden Ländern bei der Orientierung hilft, nicht, indem man versucht, sie ins Ziel zu tragen.”)
- - - - - - - - - - *((2) Soto, Hernando de: “Freiheit für das Kapital - Warum der Kapitalismus nicht weltweit funktioniert”, Rowohlt, 2002)
In einem Kreislauf summieren sich nun kleinste unscheinbare Vorteile zu einem gesamtwirtschaftlichen Überschuss. Dieser wird für verschiedenste Bereiche verwendet:
- Investitionen und Forschung (... für weitere Fortschritte in Wissen, Technik und Produktivität)
- für Infrastruktur, Sicherheit und Verwaltung (... für Rahmenbedingungen, in denen es sich gut leben lässt)
- für den Konsum (... Grundversorgung, Vereinfachung und Erleichterung des täglichen Lebens, Spaß)
- für Rücklagen (... Vorsorge für Alter und Krankheit. Hierzu gehören so gesehen Teile der Versicherungswirtschaft usw.)
Da wir uns mit dem A-B-C-Modell nunmehr den Umlauf von Geld, Leistung, Überschuss und Kredit klargemacht haben, bleibt eine Essenz: Überschüsse und Kredit können global betrachtet als kongruentes Abbild des Umlaufes A-B-C betrachtet werdn. Es handelt sich natürlich nicht um einen eigenen Kreislauf, auch wenn ich ihn mit A1-B1-C1 bezeichnet habe. Vielmehr ist es ein in den Wirtschaftskreislauf integrierter Umlauf.
Wir können uns in gleicher Weise weitere Umläufe denken - ebenfalls als Teil des A-B-C-Modells: Konsum und Investition. Konsum als Verbrauchseinheit der Leistungen, Investitionen sowohl als Leistungsverbrauch, aber auch gleichzeitig als Motor für weitere Leistungsschöpfung.
Der alles entscheidende Punkt in diesem Modell ist ein Faktor, der unmittelbaren Einfluss auf das gesamte Wirtschaftsgeschehen, und damit auch auf Investition und Konsum hat. Der Faktor ist die Staatsquote. Wichtig ist das Verhältnis zwischen diesem Block, der aus den Überschüssen gespeist werden muss, weil es anders eben nicht geht, kein Geld vom Himmel regnet. Auch wenn ein Teil dieser Staatsquote -wie in der Grafik umlfg03.gif dargestellt- in den Konsum (z.B. über die Gehälter der Staatsbediensteten) oder in Investitionen (produktiv oder unproduktiv, Ausbau von Infrastruktur oder in Sozialleistungen, Schulausbildung, Sicherheit usw.) fließt, so droht genau an dieser Schnittstelle eine Überforderung der Leistungskraft der Volkswirtschaft.

Ein gewisses Gleichgewicht zwischen den Überschüssen, die generiert werden können, und dem Effekt der Abschmelzung derselben durch die Staatsquote ist das heute immer drängendere Problem.
Das erweiterte A-B-C-Modell macht deutlich, warum Subventionen als Verschiebebahnhof für Leistung und deren Bezahlung zur Chaosmaschine werden. Es entsteht damit eine Quelle für Leistungsungleichgewichte, die nicht von der Funktion des Marktes geregelt werden können, weil Subventionen die betroffenen Subjekte einfach aus dem Marktregulativ herausnehmen.