Das Vermögen der Bundesbürger hat sich nach Angaben der Deutschen Gesellschaft für Erbrechtskunde (DGE) auf rund 14 Billionen DM angehäuft. Dies ist eine Verzehnfachung in den letzten 20 Jahren. Unter Beachtung des Exponentials ist dies eine jährliche Steigerung um 12,9 Prozent. Jährlich werden rund 400 Milliarden vererbt oder verschenkt. Eine weltweite Studie des Beratungsunternehmens Arthur Andersen ergab, dass es weltweit bis zu zehn Millionen Menschen gibt, die über liquide Mittel von mindestens einer Million Dollar verfügen. Nach dem “German Wealth Report 2000” (Unternehmensberatung Cap Gimini Ernst & Young und des Investmenthauses Merrill Lynch) gab es in Deutschland im Jahr 2000 rund 365.000 Personen, die jeweils über mehr als eine Million EURO verfügen. 3.700 unter ihnen besitzen sogar mehr als 30 Millionen EURO.
Der gleiche Report stellt in seiner Ausgabe 2001 fest, dass weltweit das Vermögen von Privatanlegern oberhalb der magischen Eine-Million-Dollar-Grenze um 6% auf 27 Billionen Dollar gestiegen ist. Die Anzahl dieser wohlhabenden Gruppe wird nunmehr auf 7,2 Millionen Personen geschätzt. So beeindruckend diese Zahlen auch sein mögen, die Mehrheit wird bedauernd feststellen, nicht zu dieser Gruppe zu gehören.
Eine Umfrage der Kommunikationsagentur Golin/Harris Ludgate Anfang 2001 bei rund 100 europäischen institutionellen Investoren (Fondverwaltungen, Versicherungen und Pensionsfonds) ergab, dass diese mit etwa 6,7 Billionen EURO rund 68% des verwalteten europäischen Gesamtvermögens betreuen. Daraus ergibt sich eine Summe von mehr als 9,8 Billionen EURO für verwaltetes europäisches Vermögen in Form von Wertpapieren und Liquidität.
Überlegungen hinsichtlich der Entstehung solcher Vermögen drängen sich auf. Und Geschichten um den Mythos “Vom Tellerwäscher zum Millionär” gibt es nicht nur in Amerika genügend. Eine ganz andere Sichtweise vermittelt jedoch die Betrachtung der Wirkungsweise des angehäuften Vermögens.
Überschüsse aus erwirtschaftetem Mehrwert kristallisiert in Kapital. Es wird in der Regel für neue Unternehmungen eingesetzt mit dem Ziel, weiteren Mehrwert zu schaffen. Vermögen und Kapital sind nicht identisch. Eine kritische Betrachtung der Behauptung, alles Vermögen stammt aus realwirtschaftlichen Überschüssen, bringt uns zwangsläufig zu der Erkenntnis, dass Vermögen (definiert als Besitz außerhalb des Bereiches Verbrauchsgüter) einen Wertzuwachs auch durch die Teuerung erfährt. Obwohl Teuerung häufig als Synonym für Inflation benutz wird, zielt dieser Begriff doch eher auf Wert- als auf Preissteigerung ab. Während Inflation Wertverlust assoziiert, ist es bei der hier gemeinten Teuerung das Gegenteil, nämlich Wertsteigerung. Sicher ist es richtig, dass Inflation auch Wertsteigerung bedeutet, und zwar für den Besitzer eines Anlagegutes, das nach einer Inflationsphase teurer bewertet wird bzw. verkauft werden kann. Der Kernunterschied findet sich also zwischen Verbrauchs- und Anlagegütern, wobei die inflatorische Wertminderung bei ersteren durch den Zwang zur absehbar teureren Neubeschaffung erzeugt wird.
Grund und Boden, Häuser, Anlagegüter, je selbst Firmen erfahren im Laufe der Zeit eine Wertveränderung durch Teuerung abzüglich Abschreibungen. Die Abschreibungen stellen hierbei einen Verschleiß, einen Verbrauch dar, wie wir ihn bei Häusern und Anlagegütern feststellen können. Mit Werterhaltungsmaßnahmen (Reparaturen, Ausbauten usw.) wird dem entgegen gesteuert. Verbrauchsgüter müssen ausgenommen werden, da deren Wertverlust durch Abnutzung zu kurzfristigem Wertverfall führt. Ein normaler PKW ist unter diesem Gesichtspunkt ein Verbrauchsgut, während ein gut gepflegter Oldtimer eher einen Vermögensgegenstand darstellt.
Wenn Besitz im Laufe der Zeit durch Teuerung wertvoller wird, so hat dies überhaupt nichts mit Geld zu tun, welches aus der Summe der Schuldverhältnisse gebildet wird. Es ist eher ein Gegenwert zu Geld, was aber keinesfalls eine ausgeglichene Bilanz bedeutet. Im Gegenteil, je länger die Menschheit realwirtschaftlich tätig ist, desto mehr kristallisiert Leistung in Vermögenswerten. Immer mehr Vermögen steht (proportional) immer weniger (Bar-) Geld gegenüber, auch wenn die Geldmenge nominal größer werden mag. Selbstverständlich können vermögensvernichtende Ereignisse wie Kriege oder Depressionen eintreten.
Es ist völlig klar, dass z.B. der Bodenwert heute mehr wert ist als im Jahr 1200 v.Chr. Handel trägt als Dienstleistung zur Wertschöpfung bei. Die Frage hierbei ist, ob das endgültig erreichte Preisniveau mit dem objektiven Wert identisch ist. Ein Grundstück, das mehrfach hin und her gehandelt wurde, kann in seinem Preis (subjektiver Wert) überschießen. Begrenzung erfährt der Preis allerdings durch den Markt, der über Preis- und Leistungsvergleich zu einem Abgleich des Niveaus führt. Der Preis, der im Verlauf einer Handelskette für ein Grundstück bezahlt wird, hängt von dem (erwarteten) Nutzwert für den neuen Besitzer ab. Dies kann durchaus ein strategischer oder auch ideeller Wert wie die Vorsorge für die Kinder oder eine spekulative Erwartung sein.
Das oben gesagte spricht den Privatbesitz an. Nicht minder bedeutend sind volkswirtschaftliche Vermögen, in denen die weltweite Infrastruktur die wichtigste Rolle spielt. Kevin Kelly geht in deren Bewertung wie folgt heran*(). Wenn die gesamten Wiederbeschaffungskosten aller Teile der Infratruktur wie Straßen, Brücken, Flughäfen, Bahnhöfe, Einkaufszentren, Schulen Krankenhäuser usw. zusammen addiert werden, und dazu auch noch der gesamte Privatbesitz hinzu gezählt wird, so ergibt sich das gewaltige Vermögen von annähernd vier Billiarden (4.000.000.000.000.000) Dollar. Diese Zahl wird als grobe Schätzung aus dem weltweiten Wachstum extrapoliert, wobei Kelly mit einem Prozent jährlich rechnet (Kelly, S.196).
- - - - - - - - - - *(Kelly, Kevin: “Net Economy”, Econ 1999)
Hier müssen wir allerdings eine kritische Anmerkung machen, die den Wert der Zahl komplett in Frage stellt. Zum einen stimmt das mit einem Prozent angesetzte Wachstum nicht, denn von 1970 bis 1998 wuchs das Weltbruttosozialprodukt im Jahresdurchschnitt 3,6 Prozent und nicht ein Prozent, wie Kelly voraussetzt. Zum anderen ist der hier gewählte Bezugspunkt die weltwirtschaftliche Leistung eines Jahres und weder der Wert der Wirtschaft selbst noch seiner infrastrukturellen Einrichtungen. Wenn Kelly von Wiederbeschaffungswert der gesamten Infrastruktur redet, so kann aber diese Infrastruktur sicherlich nicht innerhalb eines Jahres neu aufgebaut werden. Und die Infrastruktur ist doch ein Ergebnis von Leistungen aus Jahrzehnten, wenn nicht Jahrhunderten. Die wirtschaftliche Leistung eines in sich abgeschlossenen Jahres hat also mit den weltweiten Vermögenswerten nicht das Geringste zu tun!
Nach diesen Voraussetzungen wäre zu ergründen, in welchem Anteil der wirtschaftliche Überschuß zu Vermögen kristallisiert. Wenn wir willkürlich einmal von zwei Prozent der wirtschaftlichen Leistung ausgehen, so würde sich in 50 Jahren das gesamte Vermögen angesammelt haben, wie hoch auch immer es eingeschätzt werden mag. Dabei ist zu beachten, dass nicht nur jeden Tag Vermögen geschaffen, sondern auch vernichtet wird. Nicht jede Investition zahlt sich aus und die Vernichtung von Vermögen geschieht z.B. auch durch Kriegsgeschehen, Fehlinvestition, Firmenpleiten und Unglücke.
Dies zeigt die Schwierigkeiten an, die mit dem Errechnen von Gesamtvermögen verbunden sind. Man kann Näherungswerte aus anderen Blickwinkeln erreichen. Eingangs erwähnten wir, dass in Deutschland jährlich 400 Milliarden DM (= 204 Mrd. EURO = 172 Mrd. Dollar) vererbt oder verschenkt werden. Dies ist eine relativ sichere Zahl.
Anmerkung:
Es ergeben sich einige Unschärfen. Eine davon rührt von Wechselkursparitäten DM/EURO zu Dollar her. Für aktuelle Umrechnungen gehen wir von 1 EURO = 0,86 Dollar aus. Der Jahresdurchschnitt des Bezugsjahres 1997 lautete 1 US-$ = 1,70 DM. Das Vererbungsvolumen beruht auf Berechnungen des Jahres 1999, so dass eine weitere Unschärfe in Verschiebungen 1997-1999 liegt.
Jeder Mensch vererbt einmal im Laufe seines Lebens, so dass nach Ablauf einer Zeitspanne, die der durchschnittlichen Lebenserwartung entspricht, das Gesamtvermögen genau einmal weitergereicht wurde. Arm und reich sowie männlich oder weiblich liegen dabei im statistischen Mittel. Bei einer Lebenserwartung von 76,8 Jahren (Basis 1997, gewichtet zwischen männlicher und weiblicher Bevölkerung) ergibt sich dann ein (privates) Gesamtvermögen von 30720 Mrd. DM (= 15,7 Billionen EURO = 13,5 Billionen Dollar auf heutiger Parität). Damit landen wir bei mehr als dem doppeltem Wert gegenüber der Zahl der Deutschen Gesellschaft für Erbrechtskunde. Dies liegt sicher daran, dass unser Überschlag als Momentaufnahme in die Mitte der durchschnittlichen Lebenserwartung projeziert wird. Es handelt sich damit um den theoretischen Mittelwert aus den vergangenen 38 und den zukünftigen 38 Jahren, wobei ein gleichmäßiges Wachstum in beiden Zeiträumen vorausgesetzt wird. Das, was in den vergangenen 38 Jahren fehlte wird mit dem erwarteten Mehr in den zukünftigen abgeglichen.
Anmerkung zu einigen Infrastrukturwerten:
(Quelle: Statistisches Bundesamt)
Wald (1998)
Von den 357.021 qkm Deutschlands entfallen 31% auf Wald = 110.000 qkm.
Bodenwert etwa 332 Mrd. DM ( = 170 Milliarden EURO)
(46 % der Fläche ist Privateigentum)
(Die deutsche Holzindustrie setzt aktuell 3.5 Mrd. DM = knapp 1,8 Mrd. EURO um. Das entspricht etwa dem 10-fachen des Wald-Bodenwertes.)
Wohneinheiten (1998)
37 Millionen (37.050.300), Schätzwert: 6,7 Billionen DM (= 3,42 Billionen EURO)
Straßennetz (1998)
km: 462.000, Wert 554 Mrd. DM (= 283,3 Mrd. EURO)
Schienennetz
km: 45.200, Wert 316 Mrd. DM ( = 161,8 Mrd. EURO)
Unsere Zahl würde für Deutschland nur 0,337 Prozent des von Kelly geschätzten Weltvermögens ausmachen, ein Dreihundertstel für einen der wohlhabendsten Staaten, von denen es 193 auf der Welt gibt (mit der Zahl des DGE wäre es sogar nur ein Sechundertstel). Auch wenn wir später noch öffentliches Vermögen (z.B. Infrastruktur) hinzurechnen, ein viel zu niedriger Wert für Deutschland oder im Gegenzug ein zu hoher Wert für das Weltvermögen.
Das Geldvermögen der deutschen Privathaushalte betrug lt. Statistischem Bundesamt 1997 rund 5683 Mrd. DM (= 3342 Mrd. Dollar, Kurs 1997). Dies entspricht 18,5 Prozent des von uns geschätzten Gesamtvermögens. Es entfallen somit 81,5 Prozent auf Vermögen wie Immobilien, nicht börsennotierte Firmenwerte und anderes.
Anmerkung:
Müssen wir die Schulden der privaten Haushalte (1821 Mrd. DM) abziehen? Nein, denn im Falle des vergebenen Kredits wird aus dem Guthaben des Gläubigers auf das Konto des Schuldners die Kreditsumme übertragen und beim Gläubiger als Forderung geführt. Im Geld/Guthabenvermögen der Bundesbürger werden alle Guthaben zusammengefaßt, in denen jetzt die Kreditsumme letztlich nur auf einem anderen Konto auftaucht.
Eine grober Überschlag scheint möglich mit den Zahlen einer Umfrage zu professionell verwalteten Vermögen. Danach wurden 2000 in Euroland 9,8 Billionen EURO verwaltet mit einem Anteil von rund 2.140 Mrd. EURO (= ca. 1840 Mrd. Dollar) in Deutschland. Diese Zahl erscheint zurückgerechnet auf 1997 (ca. 1560 Mrd. Dollar) probat gegenüber den festgestellten 3342 Mrd. Dollar Geldvermögen.
Dieses Ergebnis scheint uns zu erlauben, eine Näherung für die Obergrenze des Weltvermögens zu erreichen. Wir gehen hierbei wiederum von bekannten Daten des Jahres 1997 aus:
| Weltbevölkerung: | 5,81 Mrd. | BSP: | 29.692 Mrd. Dollar |
| EU-Bevölkerung: | 374 Mio. | BSP: | 8.570 Mrd. Dollar |
| BRD-Bevölkerung: | 82 Mio. | BSP: | 2.321 Mrd. Dollar |
| BRD % gg.EU: Bevölk.: | 21,9 % | BSP: | 27,1 % |
| BRD % gg.Welt: Bevölk.: | 1,4 % | BSP: | 7,8 % |
Wenn wir nun willkürlich von einer gleichen Wertbildung durch die Sozialprodukte der verschiedenen Volkswirtschaften ausgehen, so erhalten wir als Näherung eine Obergrenze. Der Rechnungsschlüssel ist das Bruttosozialprodukt (BSP) von 1997. Nach dem Anteil des deutschen BSP von 7,8 Prozent (entsprechend den festgestellten 13,5 Billionen Dollar) ergibt sich ein Welt(privat)vermögen von 173 Billionen Dollar, was doch erheblich unter den von Kelly gennannten vier Billiarden liegt (für die EU ergeben sich 46,9 Billionen Dollar).
Allerdings betrachten wir hier lediglich das Privatvermögen. Da der Ausgangspunkt aber das Gesamtvermögen inklusive Infrastruktur (zum Wiederbeschaffungswert), Krankenhäuser, Straßen, Brücken, Schulen, Universitäten, Eisenbahn und Bahnhöfe, und nicht zu vergessen den Wert von militärischen Ausrüstungen und Staatsimmobilien ist, müssen wir nach einem Verhältnisschlüssel suchen.
Zunächst halten wir für Deutschland fest (für 1997 nach OECD, alles in Mrd. Dollar):
| BSP | 2320 |
| Nettovolkseinkommen (50,8%) | 1179 |
| Staatsquote 1997 (49,2%) lt. BFM | 1141 |
Wenn wir das Gesamtvermögen von z.Z. 13,5 Billionen Dollar der deutschen Privathaushalte durch das Nettovolkseinkommen (hier von 1997) teilen, so
wird dieses Vermögen also in rund 11,5 Jahren erarbeitet. Wir hören Sie aufschreien “Das Gesamtvermögen kann nicht in gut elf Jahren erarbeitet worden sein!” Stimmt. Es ist ja auch nur der theoretische, rechnerische Wert, wenn jede erarbeitete Leistung in Vermögen kristallisieren würde. Aber man benötigt Geld zum Leben und vernichtet auch hin und wieder Werte, so dass am Ende vielleicht nur zwei Prozent in Vermögen umgesetzt werden. Dann benötigt man die 50-fache Zeit, also 575 Jahre.
In der Übersicht sieht dies so aus:
| bei 1 %-iger Wertschöpfung | 1150 Jahre |
| bei 2 %-iger Wertschöpfung | 575 Jahre |
| bei 3 %-iger Wertschöpfung | 383 Jahre |
| bei 4 %-iger Wertschöpfung | 287 Jahre |
| bei 5 %-iger Wertschöpfung | 230 Jahre |
| bei 10 %-iger Wertschöpfung | 115 Jahre |
| bei 100 %-iger Wertschöpfung | 11,5 Jahre |
Anmerkung:
Eine vielleicht ungewöhnliche, aber interessante Querprüfung ergibt sich wie folgt: Das Beispiel eines Einfamilienhauses mit der zu erwartenden Existenzdauer von 150 Jahren ergäbe eine 7%-Quote. Von dem Durchschnittsverdienst deutscher Angestellten (6840 DM) wären dies 478 DM pro Monat. Wenn wir bei diesem Denkansatz auf eine Hypothek hinaus wollen, so zahlt der Erbauer die Hypothek nicht in 150 Jahren ab, sondern in 30, und hat dabei die fünffache Belastung pro Monat. Die 478 DM mit dem Faktor 5 multipliziert ergibt dann 2390 DM Belastung pro Monat. Bei 100-jähriger Nutzungsdauer ergäben sich 1593 DM.
Es geht also nur um einen Vergleichswert. Würde der Staat zu gleichem Anteil der Geldbewegung mit seinem Anteil aus der Wirtschaftsleistung (1141 Mrd. Dollar) bleibende Werte in der Infrastruktur geschaffen haben, so ergäbe dies über 11,5 Jahre die Summe von 13,1 Billionen Dollar. Es ist allerdings evident, dass ein wesentlich höherer Anteil für Selbstverwaltung und Sozialzwecke ausgegeben wird.
Einen Hinweis auf die Verteilung liefern Zahlen des Bundesfinanzministeriums, nach denen die privaten und staatlichen konsumtiven Ausgaben 1999 zusammen bei 2979 Mrd. DM lagen, wogegen gesamt 827 Mrd. DM als Bruttoinvestitionen ausgewiesen wurden, ein Verhältnis von rund 78 zu 22. Die Staatsausgaben werden per Gesetz in konsumtive und investive Bereiche unterteilt und entsprechend dargestellt. Nach Angaben des Bundesfinanzministeriums betrugen 1999 diese Bereiche 88,6 bzw. 11,4 Prozent der Staatsausgaben, was gleichzeitig das Verhältnis angibt.
Wenn wir voraussetzen, dass letztlich die investiven Ausgaben die Basis für Überschüsse und Ersparnisse bilden, so können wir ein Verhältnis in den investiven Ausgaben herstellen:
| 1999 | öff.Sektor | priv.Sektor | BSP |
|---|---|---|---|
| (Mrd. Dollar) | 1141 | 1179 | 2030 |
| investive Ausgaben: | 130 | 317 | 447 |
| Verhältnis: | 1 | 2,4 | |
| (Prozent:) | (11,4) | (26,9) | (22) |
Das Ergebnis ist das Verhältnis 1:2,4 (oder 100:240 = 0,41666:1), was gleichzeitig knapp 42 Prozent bedeutet. Die staatlichen investiven Ausgaben schlagen sich gemessen an seinen Einnahmen also nur zu 42 Prozent gegenüber dem privaten Sektor nieder. Dies erfordert eine Korrektur der 13,1 Billionen Dollar auf 5,5 Billionen Dollar.
Es handelt sich zwar nur um eine grobe Näherung, läßt uns aber zu einem deutschen Gesamtvermögen von rund 19 Billionen Dollar gelangen. Da wir das Welt-BSP für 1997 mit 29692 Mrd. Dollar festgestellt wissen, und das BSP Deutschlands mit 2030 Mrd. Dollar bekannt ist, ergibt sich über den Schlüssel BSP eine Näherung für das Gesamtvermögen dieser Welt (1997) von 278 Billionen Dollar.
Dieser Wert von 1997 läßt sich mit den bekannten Welt-Wachstumsraten fortschreiben. Ebenso ließe sich der Wert korrigieren. Sollte z.B. nachgewiesen werden, dass die jährlichen Vererbungen aus irgendwelchen Gründen das Gesamtvermögen nur zu 80 Prozent abbilden, so ergäben sich 348 Billionen Dollar.
Anmerkung:
Müssen wir die Staatschulden berücksichtigen? Nein, denn die Staatsschulden finden sich in den Staatsanleihen wieder, die wiederum als Wertpapiere vorwiegend in privaten und institutionellen Händen liegen. Wo sie in öffentlichen Händen liegen, hebt sich der Effekt Guthaben gegen Schuld auf, in Firmenvermögen gehen sie in die vererbten Firmenwerte ein. Im Falle der Privatvermögen ist dies in sofern anders, als Kreditnehmer über die Banken das Guthaben anderer Private in Anspruch nehmen, so dass ein mit einer Hypothek belastetes Haus sonst doppelt im Gesamtvermögen erfaßt wäre, also ohne Abzug der Hypothek.
Bruttosozialprodukt (BIP):
Wachstumsindikator einer Volkswirtschaft, Summe aller von In- und Ausländern für den Endverbrauch produzierten Güter und Dienstleistungen. Nicht enthalten: Abzüge für Wertminderung von Sachkapital und Erschöpfung von Ressourcen. BIP real: Bezug auf Preise eines bestimmten Bezugsjahres, also um Inflationseinfluß bereinigt. BIP nominal: Zu aktuellen Preisen. Schattenwirtschaft nicht enthalten.
Bruttosozialprodukt (BSP):
Gesamtvolkswirtschaftliche Leistung BIP zuzüglich den von Inländern im Ausland erwirtschafteten Einkünften aus Arbeit und Kapital, abzüglich der von Ausländern im Inland bezogenen Einkünften. Schattenwirtschaft nicht enthalten.
Für uns als Betrachter von vornehmlich Aktienwerten sind die geschilderten Verhältnisse um Vermögen in sofern interessant, als wir häufig das Gefühl von Überbewertung nicht loswerden können. Da es tatsächliche Überbewertungen gibt, möchte die gefühlsmäßig erlebte Situation kontrolliert werden. Auch die von Crashpropheten gezogenen Vergleiche zwischen der Wirtschaftsleistung und Aktienwerten stellen sich vor dem Gedanken der grundsätzlich veränderten Proportion Geld zu Vermögen völlig anders dar. Auch ist es so, dass nicht die Wirtschaftsleistung als ganzes und auch nicht die Wachstumsrate des BIP, sondern wenn überhaupt, dann die Überschüsse herangezogen werden müssen. Diese sind mit dem Wachstum des BIP bekanntermaßen nicht identisch. Eine wichtige Feststellung ist, dass die Vermögen aus einem langfristigen Akkumulationsprozeß entstehen, weil sie dadurch dem Exponential unterliegen. Dieser langfristige Prozeß macht kapitalgedeckte Rentensysteme so attraktiv.
Es ist selbstverständlich, dass vorhandenes Geld nicht ausreichen kann, alle Vermögenswerte zu kaufen. Soviel liquide Mittel können und dürfen einfach nicht in Umlauf sein (laut IFO-Institut 352 Mrd. EURO Hartgeld und Scheine, dazu kämen einige Billionen liquides Buchgeld). Fluktuation von Vermögensteilen geschieht normalerweise nur in Randbereichen, nicht in der Masse. Bei Situationen von Überbewertungen, wie z.B. auf dem Höhepunkt der Japankrise bei den dortigen Immobilien, wird ein Umschichten von Mögenswerten angestrebt, dem bei weitem nicht genügend Liquidität gegenübersteht. Bei einem Aktiencrash wird genau dies temporär versucht. Zu viele Personen versuchen gleichzeitig durch die selbe Tür zu gehen. Zinsermäßigung kann diese Situationen nicht verhindern, sie kann allerdings abmildern, indem ein weitgehend geordnetes Unterbringen von Vermögensteilen durch das erhöhte Geldvolumen ermöglicht wird.
In der Diskussion um kumulierende Vermögen ist die Demographie ein wichtiger Aspekt. Der Trendforscher und Demograph Harry S. Dent macht neben dem einfachen Generationszyklus einen übergeordneten 80 Jahre währenden Innovationszyklus aus, der wiederum innerhalb eines großen 500-Jahre-Zyklus mit sprunghaftem Bevölkerungsanstieg ablaufen soll*(). In all diesen periodischen Wiederholungen ergeben sich Konjunkturzyklen als normale Schwankungen. Neben dem wichtigen Aspekt der demographisch beeinflußten Kaufkraft spielt die Produktivität und die Innovationskraft geburtenstarker Jahrgänge für die Kumulation von Vermögen eine Rolle. Schließlich werden mit Innovationen Vermögen "gemacht" und mit der wachsenden Produktivität Vermögen "erspart".
- - - - - - - - - - *(Dent, Harry S.: "Börsentrends erkennen", FinanzBuch Verlag 2000)
Die Kumulation von Vermögen aus Überschüssen der Realwirtschaft wirft die Frage auf, ob es ein "Zuviel" geben kann. Pfeiffer spricht von Geldüberhang und einer neuen Qualitätsstufe des Geldkapitals, wonach es nicht mehr an Geld, sondern an profitablen Anlagemöglichkeiten mangeln soll*().
- - - - - - - - - - *(Pfeiffer, Hermannus: "Die Zähmung des Geldes", Rowohlt 2000)
Die Betrachtung von Vermögen assoziiert Privatbesitz. Letztlich gehört jedes der vielen auf der Erde befindlichen Gütern doch irgendjemandem. Der erste Eindruck täuscht, denn es gibt institutionellen Besitz. Bei einem Firmenvermögen ist die Zuordnung noch recht leicht: Der Besitz gehört indirekt den Inhabern der Firma, und zwar zu gleichen Teilen wie deren Kapitalanteil selbst.
Dies führt uns einen Schritt weiter. Wir haben in den Abschnitten “Bewertung” mehrfach über den inneren Wert von Unternehmen nachgedacht. Nicht nur die erfolgreichen Giganten der letzten zwanzig Jahre haben Firmenvermögen aufgebaut, das einerseits in der Form von Beteiligungen vorliegt, sondern auch in gewaltigen Cash-Positionen. Zur Unternehmensphilosophie von Microsoft gehört schon immer, keine Dividende auszuschütten, sondern Gewinne zu thesaurieren. Damit wurde Barvermögen angehäuft, das größer ist als der Haushalt so manchen Staates dieser Erde.
Zum Schluß des Geschäftsjahres 1999/2000 verfügte Microsoft über einen Barbestand von rund 24 Milliarden Dollar. Dazu kamen Beteiligungen im Wert von rund 18 Milliarden. 2002 wird der Cashbestand trotz aller zwischenzeitlichen Investitionen auf 29 Milliarden Dollar geschätzt. Auch die Überflieger der letzten beiden Dezennien, Intel und Cisco, bringen es auf 21 Milliarden Cash.
Es ergibt sich ein gewisser Unterschied zwischen den rein privaten und den instututionellen Vermögen. Was, bitteschön, kann ein Unternehmen mit solchen gewaltigen Barbeständen anfangen? Weitere Firmen aufkaufen? Gewiß. Dabei ist die integrationsbedingte Frage, in wieweit weitere Zukäufe sinnvoll sind. Die Mammuttanker werden immer schwerfälliger. Die Antwort lautet: Man integriert die Neuerwerbungen nicht, sondern hält sie als reine Finanzbeteiligungen. Der seit 1892 bestverdienende Konzern der Welt hat nicht zuletzt aus diesem Grund große Teile der Überschüsse in Finanzierungsbereiche gesteckt. General Electric wandelte sich sukzessive von einem technischen Mischkonzern in einen Finanzriesen. Besonders im Leasing-Geschäft verknüpfte der legendäre Firmenlenker Jack Welch auf brilliante Weise z.B. die Finanzierung von neuen Flugzeugen mit der Lieferung der GE-Triebwerke. Auf diese und ähnliche Weise wurden Synergien aufgebaut, die ein wesentliches Element in dem Erfolg des Konzerns darstellen.
Der zweite Aspekt ist die sinnlose Investition in gesättigte Märkte. Wenn das Wachstum in einem Bereich zum Erliegen kommt, müssen andere Innovationen her. Hier offenbart sich eine Frage des Zielvorrates. Wenn wir hundert Großkonzerne mit gigantischen Cash-Positionen voraussetzen, wieviele davon haben geeignete innovative Ideen? Was tun mit diesen Überschüssen? Vergessen wir dabei aber nicht, dass diese Unternehmen in der absoluten Minderzahl sind. Die große Mehrheit benötigt Finanzierungskapital, um das laufende Geschäft oder Expansion zu bewältigen.
Der dritte Aspekt ist dieser: Die vormaligen Besitzer werden ausgezahlt. Damit wandeln sich riesige Beträge von institutionellem in privates Kapital. Was tun die Verkäufer mit frischen Bargeld? Eines ist sicher, irgendwann vererben. Und dann im Regelfall nicht an ein, sondern an mehrere Individuen.
Teile von riesigen Privatvermögen fließen in eigens dafür existierende Märkte. Das 7-Sterne Hotel in Dubai, exklusive Clubs und Immobilien, teure Segelyachten und Supersportwagen sind dort zu finden und Urlaubsreisen zum Mond werden wahrscheinlich eines Tages dazu gehören. Der Bau einer schwimmenden Luxusstadt namens "Freedom" (als achtes Weltwunder geplante Wohnstätte für 65.000 Superreiche und etwa 16.000 Angestellte) soll etwa sechs Milliarden US-Dollar kosten und nach dem Willen des Ingenieurs Norman L. Nixon, Leiter der Firma Engineering Solutions Inc., in absehbarer Zeit begonnen werden. Aber auch wenn jede Menge Geld in dieser Weise gebunden wird, so bedeutet dies nicht, dass es damit verbraucht und eliminiert ist. Vielmehr wird Wirtschaft bei Zulieferern und Produzenten damit angestoßen. Und Teile wandeln sich erneut in Besitztum und Vermögen.
Besonders hervorzuheben ist, dass andere Teile dieser riesigen Privatvermögen sozialen Projekten zufließen. Die Milliardenspende von Time-Warner-Chef Ted Turner an die UNO oder die über 15 Milliarden, die das Ehepaar Gates in verschiedene Projekte einbrachte, sind bekannte Beispiele. Daneben gibt es aber eine Vielzahl von weiteren, die häufig den amerikanischen Gepflogenheiten entspringen "Tu Gutes und sprich darüber". Wer wollte bestreiten, dass soziales Engagement der sinnvollste Einsatz von Vermögen überhaupt ist?
Volkswirtschaftliche Überschüsse wurden in der Menschheitsgeschichte schon immer in Großprojekten "verbraten". Es ist unerheblich, ob dies mit oder gegen den Willen der Bevölkerung oder sogar von ihr unbemerkt geschah. Auch ändert wenig an den Tatsachen, dass der Begriff "Überschuß" nicht in jedem Fall zutreffend ist. Es handelte sich meist nicht um freiwillige Überschüsse, sondern um dem Volk vorenthaltene Anteile an dem, was die Volkswirtschaften erarbeiteten. Man könnte die dem gemeinen Volke entzogenen Werte auch als unterschlagene Einkommensteile interpretieren, wenn Besteuerung und Zwangsabgaben für Kriege oder den Bau von feudalistischen Bauten erhoben wurden. Der Bau der Pyramiden gehört ebenso dort hinein wie Burgen, Schlösser und Herrenhäuser.
Allerdings muß eine Unterscheidung zu Großprojekten als Investition getroffen werden. Hier handelt es sich schließlich um Kapitaleinsatz mit beabsichtigtem ökonomischen Nutzen. Die Finanzierung von Entdeckungs- und Handelsreisen führte zur Kolonialisierung. Es war ein Kapitaleinsatz, der dem heutigen in Internet- und Biotech-Firmen nicht unähnlich ist. Während der Industrialisierung wurde in England ein Netz von Binnenkanälen gegraben, das für den Transport von Baumwolle, Kohle und Eisenerz große Bedeutung hatte und zum Wachstum beitrug. Auch Großprojekte wie Suez- und Panama-Kanal, Eurotunnel, bedeutenden Brücken und Staustufen gehören in die Aufzählung. Wenn der ökonomische Nutzen entgegen der ursprünglichen Absicht nicht eintritt, so ist es wieder eine Vergeudung von Kapital, wie dies z.B. im Nachhinein mit der Entwicklung und dem Betrieb der dreizehn Überschallverkehrsmaschinen Concorde gesehen werden kann, aber nicht gesehen werden muß.
Eine Abgrenzung wird schwieriger, wenn es um Kulturgüter geht, die der allgemeinen Ansicht nach einen kulturellen, aber keinen ökonomischen Wert haben. Hier kann man an durch Staat oder Institutionen angekaufte Kunstobjekte denken, oder an die Bezuschussung von Theater und Openhäuser, die nicht ökonomisch arbeiten können. Die Subventionierung von Kulturgütern ist ein Bereich, in dem die Meinungen weit auseinander gehen können. Am Beispiel der Concorde ist abzulesen, dass diese Errungenschaft auch als Kulturgut mit permanenter Subvention der Unterhaltung gesehen werden kann. Aus diesem Blickwinkel können aber z.B. auch die Pyramiden gesehen werden. Auch wenn wir Kulturgüter als Bereicherung der Menschheit sehen, so bleibt es eine Geldausgabe ohne ökonomischen Return. Und damit ist es keine Investition. So gesehen ist es ebenfalls keine Investition, wenn ich Geld für das Sonnenstudio oder für ein exzellentes Mahl ausgebe, aber es bringt Spaß und macht das Leben lebenswert. Dies ist auch das Wesen eines jeden Hobbys. Kulturgüter sind ein "Hobby der Menschheit".
Die größten Werte dürften jedoch in der Vielzahl unsinniger Kriege vernichtet worden sein. Auch wenn einige Wirtschaftsexperten die wirtschaftlich ankurbelnden Effekte der Kriegsmaschinerie betonen, so geht es dennoch um Produkte, die sich selbst auslöschen. Es sind damit Produkte und Dienstleistungen, die mit dem umgeschaufelten Sandhaufen verglichen werden können. Und der dominierende Effekt ist dabei nicht einmal erwähnt, denn unzweifelhaft ist die Vernichtung von Menschen, Infrastruktur und Realkapital der größte und unwiederbringliche Verlust in einem Krieg.
Maßnahmen zu weltweiten Verbesserungen der Infrastruktur fallen angesichts des positiven Einflusses auf die Wirtschaft in den Bereich Investition. Es finden sich jedoch Präzedenzfälle in der Form von Subvention. Zum Beispiel gibt es Aussagen von Verkehrsexperten, die der Bahn systematische Fehler nachsagen, die ein ertragsgesteuertes Betreiben solange verhindern, wie ein flächendeckendes Angebot aufrecht erhalten werden muß. Rechnerisch könnte dies allenfalls bei Hauptstrecken aufgehen, und selbst dort steht die heutige Frequentierung der Strecken in keinem Verhältnis zur Unterhaltung von Gleisanlagen und Fahrzeugen. Die von Bahnchef Mehdorn Mitte November 2000 veröffentlichte Studie zur Profitabilität von Industriekunden deutet in die gleiche Richtung. Mit nur 4% der Kunden werden 85% der Umsätze getätigt. Die Masse der Kleinkunden soll an Spediteure mit LKW-Verkehr verwiesen werden. Darunter fallen Firmen, die im Monat zwischen 20 und 40 Waggonladungen benötigen und für die sich der Erhalt von Nebenstrecken nicht lohnt(?!).
Auch wenn Bestrebungen zur Verteuerung von konkurrierenden Systemen eine versteckte Subventionierung der Bahn darstellen, so ist dennoch zu bedenken, dass nach dem Verursacherprinzip Kosten für den Bau und Erhalt von Straßen im Raum stehen, bei deren korrekter Abrechnung der LKW-Transport nie wieder so billig zu haben wäre wie heute. Natürlich wird im Gegenzug die internationale Wettbewerbssituation angeführt, nach der in allen Ländern Europas gleiche Bedingungen für Spediteure gelten müssen.
Zwischen diesen Fronten ist allerdings (wie in allen Systemwettbewerben) ein oberster Grundsatz zu beachten. Sinnvoller ist es in jedem Fall, die Vorteile beider Systeme zu stärken und die Schwächen ganz zu meiden, statt unendlich viel Geld in sinnlose Fortentwicklung der Schwächen zu stecken. Damit wird ein Verdrängungskampf zwischen den Systemen durch Symbiosevorteile ersetzt. In dem Bahnbeispiel bedeutet das, durch Technologie effizienter gestaltete (also hochfrequentierte) Hauptachsen der Bahn und gleichzeitig die Flexibilität von LKWs zu nutzen, diese jedoch nicht mit Dieselmotoren, sondern mit Wasserstoff-, bzw. Methanol-Antrieben auszurüsten. Im nächsten Abschnitt werden wir auf das Ökonomisieren von Aufgaben der Menschheit kommen. Das Beispiel der Bahn stellt eine solche dar.
Auch heute werden Unsummen für Großprojekte ausgegeben. Von Marssonden bis hin zur internationalen Raumstation ISS. Große Summen werden für die Entwicklung von Waffen und Gegenwaffen ausgegeben. Aber auch Grundlagenforschung gehört dazu, die im Gegensatz zur angewandten Forschung selten den Vorteil einer teilweisen Selbstfinanzierung durch erfolgreiche (kommerziell verwertbare) Entwicklungen mit sich bringt. Hier wird jedoch immer wieder mit einem schlecht kalkulierbaren, aber unzweifelhaft vorhandenen Folgenutzen argumentiert. Es sind sicher umstrittene Projekte dabei, was aber hier nicht Gegenstand der Betrachtung ist. Angesichts der Fülle von selbst auferlegten Aufgaben der Menschheit scheint es, als könne es kein "Zuviel" an Kapital geben.